Die Abrechnung in einer arbeitsmedizinischen Software funktioniert so: Leistungen werden direkt bei der Dokumentation einer Untersuchung oder Beratung erfasst, mit den geltenden Gebührenordnungen verknüpft und anschließend als strukturierte Abrechnungsdaten an Buchhaltungs- oder ERP-Systeme übergeben. Das spart manuelle Nacharbeit und reduziert Fehlerquellen erheblich. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um diesen Prozess.
Welche Leistungen werden in der Arbeitsmedizin typischerweise abgerechnet?
In der Arbeitsmedizin werden vor allem arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, Beratungsleistungen, Impfungen, Eignungsuntersuchungen sowie Arbeitsplatzbegehungen abgerechnet. Hinzu kommen Leistungen wie das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM), die Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen und die Betreuung von Schwerbehindertenvertretungen. Die Abrechnung richtet sich dabei nach dem jeweiligen Auftragsverhältnis zwischen dem arbeitsmedizinischen Dienst und dem Kundenunternehmen.
Für überbetriebliche arbeitsmedizinische Dienste (AMD) ist die Leistungsvielfalt besonders groß, weil sie gleichzeitig viele verschiedene Kundenunternehmen aus unterschiedlichen Branchen betreuen. Jede Untersuchung, jede Beratungsstunde und jede Begehung muss dem richtigen Mandanten zugeordnet und korrekt dokumentiert werden, bevor sie abgerechnet werden kann.
Typische abrechenbare Leistungen umfassen:
- Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorgen nach ArbMedVV
- Eignungsuntersuchungen (z. B. für Fahrer, Höhenarbeiter, Bildschirmarbeitsplätze)
- Schutzimpfungen und Impfberatung
- Arbeitsplatzbegehungen und Gefährdungsbeurteilungen
- BEM-Gespräche und Wiedereingliederungsbegleitung
- Allgemeine arbeitsmedizinische Beratung
Wie erfasst eine arbeitsmedizinische Software Abrechnungsdaten?
Eine arbeitsmedizinische Software erfasst Abrechnungsdaten direkt im Rahmen der Dokumentation: Sobald eine Untersuchung oder Leistung im System angelegt wird, werden Datum, Leistungsart, Dauer und der zugehörige Mitarbeiter beziehungsweise das Kundenunternehmen automatisch mitgespeichert. Diese Daten bilden die Grundlage für die spätere Abrechnung.
Gut konzipierte Systeme verknüpfen die Dokumentation und die Abrechnung so eng miteinander, dass keine separate Dateneingabe nötig ist. Wer eine Vorsorgeuntersuchung dokumentiert, erzeugt damit gleichzeitig den abrechnungsrelevanten Datensatz. Das vermeidet doppelte Arbeit und stellt sicher, dass keine Leistung vergessen wird.
Wichtig ist dabei die Mandantentrennung: Bei überbetrieblichen Diensten muss jede Leistung eindeutig einem Kundenunternehmen zugeordnet sein. Moderne Softwarelösungen bilden diese Struktur über Mandanten oder Firmenkonten ab, sodass Abrechnungen immer dem richtigen Auftraggeber zugeordnet werden.
Welche Abrechnungsstandards und Gebührenordnungen gelten in der Arbeitsmedizin?
In der Arbeitsmedizin gelten je nach Leistungsart unterschiedliche Abrechnungsgrundlagen. Ärztliche Leistungen werden häufig nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Daneben spielen individuelle Dienstleistungsverträge zwischen AMDs und Kundenunternehmen eine wichtige Rolle, in denen Pauschalen oder Stundensätze vereinbart werden.
Die GOÄ legt fest, welche Ziffern für welche ärztlichen Leistungen angesetzt werden dürfen und in welchem Rahmen Steigerungsfaktoren zulässig sind. Für nicht-ärztliche Leistungen wie Begehungen oder Beratungen gelten oft vertragliche Vereinbarungen, die individuell zwischen dem AMD und dem jeweiligen Unternehmen ausgehandelt werden.
Eine arbeitsmedizinische Software sollte diese Strukturen abbilden können: also sowohl GOÄ-Ziffern hinterlegen als auch flexible Leistungspositionen für individuelle Vertragsmodelle unterstützen. Nur so lässt sich die Abrechnung vollständig und rechtssicher aus dem System heraus generieren.
Wie funktioniert die Anbindung an ERP- und Buchhaltungssysteme?
Die Anbindung an ERP- und Buchhaltungssysteme erfolgt über standardisierte Schnittstellen, die Abrechnungsdaten aus der arbeitsmedizinischen Software in das Zielsystem übertragen. Gängige Formate sind dabei CSV-Exporte, XML-Schnittstellen oder direkte API-Verbindungen zu Systemen wie SAP oder DATEV.
In der Praxis bedeutet das: Die arbeitsmedizinische Software erzeugt einen strukturierten Datensatz mit allen relevanten Abrechnungspositionen. Dieser wird entweder automatisch übermittelt oder manuell exportiert und in das Buchhaltungssystem importiert. Von dort aus erfolgt die eigentliche Rechnungsstellung.
Worauf Sie bei der Systemauswahl achten sollten:
- Unterstützt die Software Ihr bestehendes ERP- oder Buchhaltungssystem?
- Ist der Datentransfer automatisiert oder erfordert er manuelle Schritte?
- Werden Mandanten und Kostenstellen korrekt übergeben?
- Gibt es eine Protokollierung, die nachvollziehbar macht, welche Daten wann übertragen wurden?
Je enger die Integration zwischen arbeitsmedizinischer Software und Buchhaltungssystem, desto weniger Aufwand entsteht bei der monatlichen Abrechnung.
Was passiert, wenn Abrechnungsdaten fehlen oder fehlerhaft sind?
Fehlende oder fehlerhafte Abrechnungsdaten führen zu Verzögerungen bei der Rechnungsstellung, im schlimmsten Fall zu Umsatzverlusten oder rechtlichen Problemen. Wenn eine erbrachte Leistung nicht korrekt dokumentiert wurde, kann sie nicht abgerechnet werden. Fehlerhafte Zuordnungen zu Mandanten können zu falschen Rechnungen führen.
Typische Fehlerquellen sind:
- Unvollständige Dokumentation bei der Untersuchung
- Falsche Mandantenzuordnung bei überbetrieblichen Diensten
- Fehlende GOÄ-Ziffern oder nicht hinterlegte Leistungspositionen
- Übertragungsfehler beim Export in das Buchhaltungssystem
Eine gute arbeitsmedizinische Software beugt diesen Problemen vor, indem sie Pflichtfelder definiert, Plausibilitätsprüfungen durchführt und fehlende Angaben vor dem Abschluss einer Dokumentation anzeigt. Zusätzlich helfen Protokolle und Auswertungsfunktionen dabei, nicht abgerechnete Leistungen nachträglich zu identifizieren.
Wann lohnt sich eine spezialisierte Software gegenüber einer Generallösung?
Eine spezialisierte arbeitsmedizinische Software lohnt sich immer dann, wenn die Anforderungen an Dokumentation, Rechtssicherheit und Abrechnungsstruktur über das hinausgehen, was allgemeine Praxisverwaltungs- oder ERP-Systeme leisten können. Das ist bei den meisten AMDs der Fall.
Generallösungen decken häufig grundlegende Funktionen ab, stoßen aber bei spezifischen Anforderungen schnell an Grenzen:
- Abbildung der ArbMedVV mit Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorgen
- Automatische Wiedervorlagen für Nachuntersuchungen
- Mandantentrennung für überbetriebliche Dienste
- GOÄ-konforme Leistungserfassung
- Offline-Fähigkeit für Außendiensteinsätze
Diese Funktionen lassen sich in einer spezialisierten Lösung von Anfang an nutzen, ohne aufwendige Anpassungen oder Workarounds. Für AMDs, die täglich mit diesen Anforderungen arbeiten, ist der Effizienzgewinn gegenüber einer Generallösung erheblich. Wer hingegen nur gelegentlich arbeitsmedizinische Leistungen erbringt und keine komplexe Mandantenstruktur hat, kommt möglicherweise mit einer einfacheren Lösung aus.
Wie Vertinex bei der Abrechnung in der Arbeitsmedizin unterstützt
Wir wissen, dass die Abrechnung für arbeitsmedizinische Dienste kein Randthema ist, sondern direkt mit der Qualität der Dokumentation zusammenhängt. Deshalb haben wir unsere Softwarelösungen so konzipiert, dass Leistungserfassung und Abrechnung nahtlos ineinandergreifen.
- Unsere Vertinex-Software für Arbeitsmedizin bildet arbeitsmedizinische Vorsorgen nach ArbMedVV rechtskonform ab und erzeugt dabei direkt abrechnungsrelevante Datensätze.
- Mandantentrennung ist fest in der Systemarchitektur verankert, sodass überbetriebliche Dienste ihre Kundenunternehmen sauber voneinander trennen können.
- Wir bieten Schnittstellen zu SAP, DATEV und weiteren ERP- und Buchhaltungssystemen, damit Abrechnungsdaten ohne Medienbruch übertragen werden.
- Automatische Wiedervorlagen und Plausibilitätsprüfungen sorgen dafür, dass keine Leistung unbemerkt durch das Raster fällt.
- Unsere Software funktioniert auch offline, was für Außendiensteinsätze bei Arbeitsplatzbegehungen relevant ist.
Wenn Sie wissen möchten, wie unsere Lösung konkret in Ihren Arbeitsalltag passt, freuen wir uns auf ein Beratungsgespräch.
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